{"id":7940,"date":"2025-07-01T08:41:00","date_gmt":"2025-07-01T06:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/?p=7940"},"modified":"2025-07-02T11:36:24","modified_gmt":"2025-07-02T09:36:24","slug":"z1-der-erste-computer-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/2025\/07\/01\/z1-der-erste-computer-der-welt\/","title":{"rendered":"Z1: der erste Computer der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen geh\u00f6rt der Erfinder Konrad Zuse, der in der Methfesselstra\u00dfe, unweit des Bergmannkiezes, seine Forschungsarbeiten begann.<\/p>\n\n\n\n<p>Konrad Zuse \u2013 \u201eZu faul zum Rechnen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Konrad Zuse, geboren am 22.06.1910 in Berlin, t\u00fcftelte schon fr\u00fch an Erfindungen. Nach dem Abitur 1928 schrieb sich der \u201eBummelstudent\u201c Konrad Zuse an der Technischen Hochschule in Berlin ein, studierte Maschinenbau, Architektur und Bauingenieurwesen und schloss sein Studium 1935 mit einem Diplom ab. Nach kurzer beruflicher T\u00e4tigkeit als Statiker richtete er in der Wohnung seiner Eltern eine Erfinderwerkstatt ein. Dort entstand, weil er \u201eeinfach zu faul ist zum Rechnen\u201c war, 1938 eine Maschine, die ihm das abnahm &#8211; die Z1, eine programmierbare Rechenmaschine, die noch nicht voll funktionsf\u00e4hig war, weil sie nur mechanisch arbeitete. Erst mit der Z3, am 12. Mai 1941 in seinem Ingenieurb\u00fcro vor Fachleuten vorgestellt, gelang ihm der erste Computer der Welt. Das Geld f\u00fcr die ben\u00f6tigten Materialien musste Konrad Zuse sich zumeist leihen, u. a. von seinem Vater Emil.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zweiten Weltkrieg blieb Konrad Zuse, weil \u201eunabk\u00f6mmlich\u201c, vom Kriegseinsatz verschont, arbeitete bei den Henschel-Werken unter anderem an der Entwicklung von ferngesteuerten Gleitbomben und er\u00f6ffnete 1941 die \u201eZuse Ingenieurb\u00fcro und Apparatebau, Berlin\u201c mit zuletzt 20 Mitarbeitern, die mit der Weiterentwicklung von Rechnern besch\u00e4ftigt waren. Zwar war Konrad Zuse nie Mitglied der NSDAP, stellte sich mit seiner Arbeit aber in den Dienst des NS-Staates und seiner Kriegspolitik. Seine Chance, \u201esich gegen diesen Pakt mit solchen M\u00e4chten zu wehren\u201c, sch\u00e4tzte er als \u201egering\u201c ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Kriegsende gr\u00fcndete Konrad Zuse im Allg\u00e4u das erste deutsche Computerunternehmen, die \u201eZuse KG\u201c. Allerdings musste er 1964 seine Kapitalanteile wegen \u00dcberschuldung abgeben. Danach war er als Berater t\u00e4tig und schrieb das Buch \u201eRechnender Raum\u201c. 1967 entschied das Bundespatentgericht, dass dem Erfinder des Computers \u201emangels Erfindungsh\u00f6he\u201c f\u00fcr seine Z3 kein Patent erteilt werden k\u00f6nne. Von seinen insgesamt 58 Patentanmeldungen wurden nur acht gerichtlich anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Leben baute Konrad Zuse nicht weniger als 251 Rechenmaschinen. Ihm wurden mehrere Ehrendoktor- und Ehrenprofessorentitel sowie das Gro\u00dfe Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Zu seinen Ehren wurde 1984 in Berlin zudem das Konrad-Zuse-Zentrum f\u00fcr Informationstechnik gegr\u00fcndet. 2003 kam Konrad Zuse bei einer Abstimmung im ZDF auf Platz 15 der gr\u00f6\u00dften Deutschen. Der Schriftsteller F. C. Delius charakterisierte ihn in seinem 2009 erschienenen Roman <em>Die Frau, f\u00fcr die ich den Computer erfand <\/em>als kauzigen T\u00fcftler mit &#8222;Eigensinn, Charme und Attit\u00fcden&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Konrad Zuse starb am 18.12.1995 in H\u00fcnfeld bei Kassel. Die H\u00e4user Methfesselstra\u00dfe 7 und 10, wo er von 1936 bis 1944 die Rechenanlagen Z1 bis Z4 entwickelte, wurden im Krieg zerst\u00f6rt. An der Restmauer von Haus Nr. 7 wird auf einer Gedenktafel an den Erfinder erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Norbert Peters<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkung des S\u00e4zzers KB: Das benachbarte T<a href=\"https:\/\/technikmuseum.berlin\/ausstellungen\/dauerausstellungen\/informatik\/\">echnikmuseum <\/a>widmet Konrad Zuse eine eigene st\u00e4ndige Ausstellung. Es beschreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der erste Computer, die Z1. &#8230; der Computer war frei programmierbar und steuerte mechanische Schaltglieder, die Metallstifte in zwei unterschiedliche Positionen schoben \u2013 Position \u201e0\u201c und Position \u201e1\u201c. Dieses Bin\u00e4rprinzip bildet noch heute die Grundlage jedes Computers. Die Z1 wurde im Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt \u2013 daher baute Konrad Zuse 1989 seinen Pioniercomputer f\u00fcr das Deutsche Technikmuseum nach. Heute k\u00f6nnen die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Zeugnis der Technikgeschichte in der Ausstellung sehen und den Weg von den bin\u00e4ren mechanischen Schaltgliedern bis zur heutigen Computernutzung nachvollziehen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten, an die erinnert werden sollte. 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