{"id":8227,"date":"2025-08-13T13:38:06","date_gmt":"2025-08-13T11:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/?p=8227"},"modified":"2025-08-04T13:38:18","modified_gmt":"2025-08-04T11:38:18","slug":"helene-und-georg-rosenstock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/2025\/08\/13\/helene-und-georg-rosenstock\/","title":{"rendered":"Helene und Georg Rosenstock"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten Menschen, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen geh\u00f6ren Helene und Georg Rosenstock.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Stolpersteine f\u00fcr unsere Nachbarn<br>Vor achtzig Jahren w\u00e4ren sie unsere Nachbarn gewesen &#8211; Helene Rosenstock, geborene Hagelberg, und Georg Rosenstock, seit 1933 wohnhaft in der Yorckstra\u00dfe 60, zuletzt in einer 2-Zimmer-Wohnung im 3. Stock. Beide wurden am 3. M\u00e4rz 1943 in Auschwitz ermordet. An ihr Schicksal erinnern seit 2014 zwei Stolpersteine vor der Eingangst\u00fcr des von ihnen bewohnten Hauses, das nur eine Stra\u00dfenbreite von unserer heutigen Wohnanlage entfernt liegt.<br>Helene Rosenstock, geboren 1885 in Zerbst, war Kaufm\u00e4nnische Angestellte, arbeitete dann bis 1939 \u00fcberwiegend als Dolmetscherin und \u00dcbersetzerin. Anschlie\u00dfend wurde sie zur Zwangsarbeit bei einem W\u00e4scheverleih in Tempelhof verpflichtet.<br>Der 1879 in Berlin geborene Georg Rosenstock war ebenfalls Kaufm\u00e4nnischer Angestellter, absolvierte aber nebenher eine Ausbildung zum Cellisten. Als solcher war er in verschiedenen Kapellen t\u00e4tig. Seit 1927 arbeitete er als Angestellter bei der LVA Berlin, bis er 1933 als Jude Berufsverbot erhielt. 1941 wurde auch Georg Rosenstock zur Zwangsarbeit verpflichtet \u2013 in einer Berliner Firma, die Schneeketten herstellte.<br>Seit 1928 waren Helene und Georg miteinander verheiratet. Beide waren zum Zeitpunkt der Eheschlie\u00dfung schon \u00fcber 40 Jahre alt. Die Ehe blieb kinderlos.<br>Wahrscheinlich wurden Georg und Helene Rosenstock Opfer der nach 1945 so bezeichneten \u201eFabrikaktion\u201c vom Februar 1943. J\u00fcdische Zwangsarbeiter wurden am Arbeitsplatz, aus ihren Wohnungen und von der Stra\u00dfe weg verhaftet und in mehreren Transporten deportiert. Die Zahl der in dieser Aktion aus Deutschland nach Riga und Auschwitz deportierten j\u00fcdischen Menschen betrug fast 11.000, allein in Berlin waren es rund 7.000.<br>Die Gestapo benutzte f\u00fcr diese Verhaftungswelle, durch die J\u00fcdinnen und Juden aus den f\u00fcr die Kriegswirtschaft wichtigen Betrieben herausgedr\u00e4ngt werden sollten, den Begriff \u201eGro\u00dfaktion Juden\u201c oder \u201eEvakuierungsaktion\u201c. Der Befehl zur Deportation kam von Hitler pers\u00f6nlich, n\u00e4here Anweisungen f\u00fcr die \u201etechnische Durchf\u00fchrung der Evakuierung von Juden nach dem Osten\u201c ergingen durch Adolf Eichmann im Reichssicherheitshauptamt.<br>Eine aufsehenerregende Sonderstellung erlangte in diesem Zusammenhang die Protestaktion von nichtj\u00fcdischen Frauen vor dem Sammellager Rosenstra\u00dfe in Berlin-Mitte. Dort wurden in \u201eMischehe\u201c lebende H\u00e4ftlinge, \u201eGeltungsjuden\u201c und einige \u201ej\u00fcdische Mischlinge\u201c zur weiteren \u00dcberpr\u00fcfung festgehalten. Viele von ihnen mussten aber am 1. M\u00e4rz 1943 wieder freigelassen werden, weil selbst Gestapo und Schutzpolizei gegen den lautstarken und andauernden Protest der Angeh\u00f6rigen nicht ankamen.<br>Die meisten der in den anderen Berliner Sammellagern Inhaftierten wurden bis zum 6. M\u00e4rz 1943 in f\u00fcnf Transporten nach Auschwitz deportiert. Zwei Drittel von ihnen wurden dort sofort nach ihrer Ankunft ermordet. Unter ihnen befanden sich auch Helene und Georg Rosenstock. F\u00fcr beide wurden nach Kriegsende von Verwandten in Schweden und den USA Antr\u00e4ge auf Entsch\u00e4digung gestellt und teilweise bewilligt.<br>Auch in diesem Jahr werden die Mitglieder der AG Erinnerungsort wieder Stolpersteine reinigen, unter ihnen jene f\u00fcr Helene und Georg Rosenstock vor der Yorckstra\u00dfe 60. Diese Aktion wird am Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 stattfinden.<br>Text und Foto: Norbert Peters<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten Menschen, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen geh\u00f6ren Helene und Georg Rosenstock. 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