{"id":8637,"date":"2025-09-21T18:23:25","date_gmt":"2025-09-21T16:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/?p=8637"},"modified":"2026-03-10T18:51:00","modified_gmt":"2026-03-10T17:51:00","slug":"berliner-olympiasieger-in-theresienstadt-ermordet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moeckernkiez-ev.de\/Wordpress_MK\/2025\/09\/21\/berliner-olympiasieger-in-theresienstadt-ermordet\/","title":{"rendered":"Berliner Olympiasieger \u2013 in Theresienstadt ermordet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">I<strong>m Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten namhafte Pers\u00f6nlichkeiten, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen geh\u00f6ren Alfred und Gustav Flatow.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf halbem Wege zwischen den U-Bahn-Stationen Kochstra\u00dfe und Spittelmarkt, in der Kreuzberger Kommandantenstra\u00dfe 63, befindet sich eine Gedenktafel f\u00fcr Alfred und Gustav Flatow. Auch unweit des Olympiastadions, in der Stra\u00dfe mit dem Namen Flatowallee, wird an diese beiden Sportler erinnert. Vor den ehemaligen Wohnh\u00e4usern der Flatows und ihrer Familien in Berlin-Sch\u00f6neberg und Berlin-Charlottenburg wurden 2012 Stolpersteine f\u00fcr sie verlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre gr\u00f6\u00dften sportlichen Erfolge errangen die beiden Cousins 1896 in Athen bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, als sie im Einzel und in der Mannschaft mehrere Goldmedaillen im Turnen gewannen. Die nationalkonservative Verbandsf\u00fchrung der Deutschen Turnerschaft ignorierte allerdings ihre Leistungen, lehnte man doch die Teilnahme an internationalen Wettk\u00e4mpfen kategorisch ab, zumal wenn es sich bei den teilnehmenden Sportlern, wie im Falle der Flatows, um Juden handelte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Alfred Flatow, Jahrgang 1869, wurde in Danzig geboren. <\/em>Im Alter von 18 Jahren siedelte er nach Berlin \u00fcber und wurde Mitglied der <em>Berliner Turnerschaft<\/em><em>. <\/em>Beim Hamburger Turnfest von 1898 gewann er den Sechskampf. Er war auch Leichtathlet und Gewichtheber. Nach seiner aktiven Karriere war er Turnlehrer und ver\u00f6ffentlichte mehrere Schriften \u00fcber Gymnastik.<\/p>\n\n\n\n<p>1933 wurde er vom \u201egleichgeschalteten\u201c Turnerbund nach fast f\u00fcnfzigj\u00e4hriger Mitgliedschaft aus seinem Verein ausgeschlossen, blieb aber trotz vieler Anfeindungen in Berlin wohnen. 1936 wurde er als Jude aus dem Olympischen Komitee verbannt. Am 3. Oktober 1942 wurde er im Alter von 73 Jahren in das KZ Theresienstadt deportiert und dort am 28. Dezember desselben Jahres ermordet. Von den 1021 deportierten J\u00fcdinnen und Juden dieses Transports \u00fcberlebten 72 (nach anderer Quelle nur 59) die Haft in Theresienstadt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sein Cousin Gustav Felix Flatow, geboren 1875, stammte aus Westpreu\u00dfen. <\/em>Neben seiner Turnkarriere nahm er auch aktiv an Radrennen teil, war Leichtathlet und besuchte h\u00e4ufig Boxk\u00e4mpfe des j\u00fcdischen Sportvereins Maccabi. 1933 fl\u00fcchtete er in die Niederlande, wo er als Kaufmann an einer Textilfirma beteiligt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Besetzung des Landes durch die Deutschen im Jahr 1943 musste er mit seiner Familie untertauchen. Die Flatows wurden aber verraten, sodass er wie sein Cousin Alfred nach Theresienstadt deportiert wurde. Hier verhungerte Gustav Felix Flatow 1945 kurz vor der Befreiung des Lagers.&nbsp;Gustavs Ehefrau Margarete wurde mit ihm im selben Transport deportiert und \u00fcberlebte den Holocaust &#8211; wie auch ihr Sohn Stefan. Ihre Tochter Annie wurde im Mai 1944 ermordet.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst 1987 beschloss der Deutsche Turnerbund, die Flatow-Medaille zur \u201eMahnung und Erinnerung an die Verfolgung von Juden in der Deutschen Turnerschaft 1933 bis 1945\u201c zu verleihen. 1996 gab die Deutsche Post anl\u00e4sslich des 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Olympischen Spiele eine Briefmarke zum Gedenken an Alfred und Gustav Flatow heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Text und Foto: Norbert Peters<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Umfeld unserer M\u00f6ckernkiez-Genossenschaft lebten in fr\u00fcheren Zeiten namhafte Pers\u00f6nlichkeiten, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen geh\u00f6ren Alfred und Gustav Flatow. 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