Wie bereits im November 2025 auf dieser Seite geschildert, befindet sich in unserer Nachbarschaft ein weiterer Ort von besonderer historischer Bedeutung. Es handelt sich dabei um die Dennewitzstraße, wenige Busstationen vom Möckernkiez entfernt, wo die Firma H. Kori GmbH während der Zeit des Nationalsozialismus Öfen für die Tötungsaktion „T4“ und diverse Vernichtungslager im deutschen Herrschaftsbereich produzierte. Kori war neben der Erfurter Firma Topf und Söhne der einzige Anbieter solcher Verbrennungsöfen und profitierte stark von diesem „Geschäftszweig“, der es den Nationalsozialisten überhaupt erst ermöglichte, Millionen von Opfern fabrikmäßig zu „entsorgen“.
Die Betreiber der Firma wurden nach dem Krieg für ihr Tun, dessen Zweckbestimmung ihnen jederzeit bewusst war, juristisch kaum zur Rechenschaft gezogen. Jahrzehntelang wurden die Praktiken der Firma stillschweigend übergangen, der zentrale Standort in Schöneberg im Zuge von Sanierungsarbeiten in den 70er Jahren dem Erdboden gleichgemacht. Die Firma selbst verschwand erst 2012 aus dem Berliner Handelsregister.
Am 20. März um 15 Uhr 30 soll in einer feierlichen Veranstaltung am ehemaligen Standort der H. Kori GmbH, Dennewitzstraße 35/36, an das Geschäftsgebaren der Firma erinnert werden. Dabei wird unter der Regie des Bezirksbürgermeisters von Tempelhof-Schöneberg und in Anwesenheit von Politikern, renommierten Historikern, Medienvertretern sowie interessierter Öffentlichkeit am authentischen Ort des früheren Geschehens eine Gedenktafel enthüllt.
Das Programm wird umrahmt vom Auftritt eines Posaunenchors und der zentralen Rede zum historischen Kontext (Norbert Peters), stellvertretend für die AG Erinnerungsort Gleis 1, welche die Geschichte der Firma Kori über einige Jahre verfolgt hat und dafür von den Initiatoren der Feierstunde eingeladen wurde.
Norbert Peters