Das MöckiEnsemble erinnert sich an Albert

Das MöckiEnsemble erinnert sich an Albert.

Am 26.2.26 starb Eberhard Schmid in der Pause von „Figaros Hochzeit“ trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen am plötzlichen Herztod.

Seit unserem Start im Herbst 2018 teilen wir den Spaß und die Herausforderung mit Albert, in einem wundervollen, altersgemischten Ensemble unter professioneller Leitung, Theater zu spielen.
Zu jeder Komödie war es Alberts Anliegen, nicht nur den Inhalt des Stückes tief zu begreifen, sondern die Historie und Entstehungsgeschichte, den Zeitgeist und die Kostüme, den gesamten Hintergrund gründlich zu beleuchten. Seine Recherchen flossen unsichtbar in unsere Arbeit ein.
Vor allem aber hatten wir gemeinsam auch sehr viel zu lachen.
„Albert-Moses-Eberhard“, der Schwabe, der sich gern schmückende Namen gab, war durchaus ein Meister der Verpeiltheit. Alle nahmen die Wirkungen davon mit Humor. Katalin mahnte immer wieder mit Augenzwinkern und schier endloser Geduld: „Nicht mit dem Rücken zum Publikum oder ich bring dich um!“. Im Ensemble wurde Albert liebevoll persönlich gecoacht, um das Handy lautlos zu stellen. Nicht zuletzt mussten wir uns beispielsweise auf seine unglaublichen Varianten zum eigentlichen Stichwort für Mitspieler mit spontaner Flexibilität einstellen.
Ulrike, die uns auch viel zu früh verlassen hat, erkannte die Regel: „Albert macht sowieso immer, was er will.“
Und dann die Kostüme…Albert & die Hosen sind ein Kapitel für sich. Sie verschwanden unauffindbar, sie rutschten zum falschen Zeitpunkt, sie saßen bei Knickerbockerlänge gern unterschiedlich hoch, sie verschluckten einen Geldbeutel, der ständig unter großem Wühlen in den Untiefen des Faltenwurfs geangelt werden musste. Aber am liebsten ließ Albert die Hose fallen, wenn er hinter der Kulissenwand zur Liebesszene laut stöhnend loslegte und mit ihr, halb heruntergelassen, kurz zum ´show-off` hervortrat. Ergänzt wurde das ganze im Figaro, indem sein Jabot ein Eigenleben führte und Albert zeigte, am Hals ein „Rechtsträger“ zu sein.
Ganz besonders liebte Albert den großen Auftritt als Sänger. Nicht nur Stimmgewalt, sondern Treffsicherheit und Ausdruck zeigten den verhinderten Operettensänger.
Und bei der Säbel-Choreographie überspielte der dramatische Blick kleine Verzögerungen und kein „Gegner“ konnte Albert das Wasser reichen.

Wir vermissen Albert, einen Unersetzlichen, und sind tief traurig und schockiert, aber auch letztmalig beeindruckt von seinem „unheimlich starken Abgang“, dem Sterben auf der Bühne, mit dem er noch Moliére übertraf.

MöckiEnsemble