Bündnisaufruf zum 8.März 2026: 11.30 Uhr Oranienplatz Kreuzberg
Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich! Für eine feministische und antifaschistische Zukunft
Auch in diesem Jahr ruft ein breites feministisches, stadtpolitisches und gewerkschaftliches Bündnis zur Demonstration am Internationalen Frauenkampftag auf.
Wir kämpfen weiter – Seite an Seite!
Antifeminismus, Kriege, Rechtsruck, Rassismus, Antisemitismus sowie Gewalt gegen Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans* und agender Menschen (FLINTA) spitzen sich zu. Doch wir lassen uns die Errungenschaften queer-feministischer Kämpfe nicht nehmen – im Gegenteil: Wir wollen mehr!
Wir kämpfen für eine friedliche Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben und mitbestimmen können – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung und Lebensweise. Selbstbestimmung über Körper, Sexualität, Identität und Lebensplanung bleibt unser unveräußerliches Recht.
Für soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit
Wir wollen eine Wirtschaft, die sich an Bedürfnissen orientiert statt an Profiten – eine Wirtschaft, die Ressourcen schont, in der wir mitbestimmen und die allen ein gutes Leben ermöglicht. Der massive Abbau von Industriearbeitsplätzen – monatlich 10.000 – ist auch die Folge verfehlter Politik: Weil es an einer fortschrittlichen Industriepolitik mangelt, die aktiv gestaltet und gesellschaftliche Ziele wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit einbezieht. Viele FLINTA in unteren Entgeltgruppen zahlen jetzt den Preis. Ihre Jobs fallen zuerst weg. Wir fordern eine sozial-ökologische Transformation, die niemanden zurücklässt!
Statt Aufweichung des Achtstundentags brauchen wir Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für alle. Wer von Menschen mit Care-Verpflichtungen noch mehr Arbeit fordert, ignoriert ihre Lebensrealität. Wir wollen höhere Personalschlüssel im Care-Sektor, weniger Stress und mehr Zeit füreinander. Bildungsgerechtigkeit ist ein zentraler Bestandteil des feministischen Kampfes für Gleichheit und Selbstbestimmung. Bildung muss für alle Menschen zugänglich sein und nachhaltig finanziert werden. Wir wollen produzieren, um gesellschaftliche Bedürfnisse zu stillen – nicht für die Gewinne weniger.
Wir brauchen keine Angriffe auf den Sozialstaat – wir brauchen seine Stärkung!
Der Sozialstaat ist ein zentraler Pfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens. Er schützt Menschen und ermöglicht Teilhabe. Doch statt ihn zu stärken und zu demokratisieren, wird er von allen Seiten attackiert: Die Diskussion um die Erhöhung des Rentenalters, um die Verschärfung der „neuen Grundsicherung“, die Senkung von Kassenleistungen und die Kürzungen in der Pflegeversicherung treffen vor allem diejenigen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben – und das sind auch viele FLINTA. Der Sozialstaat ist nicht nur für diejenigen wichtig, die am meisten auf ihn angewiesen sind, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Wir fordern den Erhalt und Ausbau sozialer Leistungen und demokratischer Strukturen durch Vermögensund Erbschaftssteuern, Armutsbekämpfung und Investitionen in soziale Infrastruktur statt Kürzungen und Abbau!
Gegen Gewalt und Kürzungen – für Schutz und Solidarität
Gewalt gegen FLINTA bis hin zu Femiziden sind ein strukturelles Problem patriarchaler Gewalt. Sie geschieht vor allem zu Hause und in engen Beziehungen. Doch statt Frauenhäuser und Beratungsstellen bedarfsgerecht auszubauen, drohen Kürzungen und Schließungen – in Berlin und bundesweit. Wir fordern sichere Schutzräume für alle, die von Gewalt betroffen sind, und bezahlbaren Wohnraum als Grundrecht statt Spekulationsobjekt. Wir wehren uns gegen Kürzungen im Sozialen – im Gewaltschutz, in Bildung, Pflege und Jugendhilfe.
Gemeinsam gegen Spaltung und Hass
Die Zustimmung zur AfD ist bedrohlich. CSDs werden angegriffen, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit zeigen sich auf der Straße und ziehen ins Parlament ein. Doch der Rechtsruck wird nicht nur von der AfD vorangetrieben – auch die Bundesregierung trägt zum Backlash bei. Rassistische Stimmungsmache wie die Stadtbild-Debatte oder inszenierte Empörungswellen gegen legitime juristische Positionen zum Schwangerschaftsabbruch, Sexarbeit oder das Selbstbestimmungsgesetz sind Wasser auf die Mühlen der AfD. Doch wir lassen uns nicht spalten! Wir widersetzen uns einer Politik, die versucht auszugrenzen, Angst und Hass zu schüren.
Weltweit solidarisch – für das gute Leben für alle
Von Argentinien bis Afghanistan, von Belarus bis in die USA und von Polen über Rojava bis in den Iran: Feministische Kämpfe weltweit setzen sich für Solidarität, Frieden und eine sorgende Gesellschaft ein. Ob in Gaza, in der Ukraine, im Sudan oder Kongo: unter der Gewalt von Kriegen leiden vor allem FLINTA. Wir stehen an ihrer Seite und kämpfen gegen Unterdrückung, gegen Militarisierung und für offene Grenzen. Statt Milliardeninvestitionen in Waffen und Militär brauchen wir den Ausbau sozialer Infrastruktur weltweit. Das gute Leben für alle ist möglich – wenn wir es gemeinsam erkämpfen.
Der 8. März ist unser Tag, um zu zeigen: Wir sind viele, und wir kämpfen gemeinsam!
Jin, Jiyan, Azadî! Ni una menos!
Kommt mit uns auf die Straße – für das gute Leben für alle!
Bündnisorganisationen
Afghan Women Activists Coordinating Body
AWO Landesverband Berlin
Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
Bündnis Gesundheit statt Profite
DGB Berlin-Brandenburg
DGB-Jugend Berlin-Brandenburg
Doctors for Choice Germany e.V.
Deutsche Wohnen & Co Enteignen
Feministisches Netzwerk für Gesundheit Berlin
Flüchtlingsrat Berlin e.V.
Hydra e.V.
Interventionistische Linke Berlin
Solidaritätstreff Soziale Arbeit
Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V.
4 Stunden Liga
Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser