Im Umfeld unserer Möckernkiez-Genossenschaft gibt es Orte und namhafte Persönlichkeiten, an die erinnert werden sollte. Zu ihnen gehört der Sohn des ermordeten Revolutionärs Kurt Eisner, (Hans) Kurt Eisner jr.
Ermordet im KZ Buchenwald.
Wie sein Vater Kurt Eisner, ermordet 1919, starb auch der Sohn Hans Kurt, 1903 in Berlin geboren, keines natürlichen Todes. Er war das fünfte Kind des sozialistischen Revolutionärs Kurt Eisner und dessen Ehefrau, der Malerin Elisabeth („Lisbeth“). Aus der Partnerschaft seines Vaters mit einer Redakteurin hatte Hans Kurt Eisner noch zwei Stiefschwestern. Nach der Ermordung seines Vaters besuchte der Sohn ein reformpädagogisches Landerziehungsheim in Thüringen.
Eisners ab 1931 aufgebautes Foto- und Filmatelier am Berliner Belle-Alliance-Platz (seit 1946: Mehringplatz) diente wahrscheinlich als Tarnadresse einer Widerstandsgruppe, die sich durch Beschaffung von Waffen und die Ausbildung von Funkern auf die NS-Machtübernahme vorbereitete. Eisner jr. wurde am 7. März 1933, zusammen mit seiner Freundin, wegen „illegalen Fotografierens“ verhaftet.
Nach jahrelanger Inhaftierung in Berlin-Spandau, Brandenburg-Görden, den KZs Esterwegen, Sachsenhausen und Dachau wurde Eisner im September 1938 als „Politischer“ und „Jude“ in das KZ Buchenwald eingeliefert. Dort musste er im Steinbruchkommando arbeiten, später in der Tischlerei und der Gärtnerei.
Bei der Durchsuchung der Werkstatt seines Kommandos entdeckte die SS Seifenstücke, die nicht ihm gehörten. Da Kurt Eisner jr. den Namen des Diebes nicht verriet, wurde er am 26. August 1942 durch eine Giftinjektion im Häftlingskrankenbau, im Lager auch als „Revier“ bezeichnet, getötet. Diese Krankenstation diente nicht nur der medizinischen Versorgung der Häftlinge. SS-Ärzte ermordeten hier in Eigenregie auch zahlreiche Häftlinge mit Injektionen.
Als offizielle Todesursache Eisners wurde vom SS-Lagerarzt Waldemar Hoven „akute Herzschwäche“ angegeben. Hoven führte oft tödlich endende Versuche mit Impfstoffen an Häftlingen durch. Hunderte angeordnete und auch selbst durchgeführte Tötungen wurden ihm nachgewiesen. Er wurde nach Kriegsende zum Tode verurteilt und 1948 hingerichtet.
Vater Eisner war bei seiner Ermordung 52 Jahre alt, der Sohn gerade einmal 38.
Text und Foto (Aufnahme aus der Gedenkstätte Buchenwald): Norbert Peters