Am 10. Mai 1933 hatten nationalsozialistische Studentenbünde auf dem Berliner Bebelplatz und in 21 weiteren Universitätsstädten die Werke verfemter Autoren und Autorinnen sammeln und vernichten lassen, aber nicht nur dort. Ähnliche Verbrennungsaktionen von angeblich „undeutschem Geist“, wie die Nazipropaganda unliebsame Literatur verteufelte, gab es in mindestens 165 weiteren Städten und Gemeinden deutschlandweit. Aber nur in einem Bruchteil dieser Orte wird daran erinnert.
Schon wenige Tage nach der Machtübernahme wurden die ersten Bücherverbrennungen organisiert. Bereits im März 1933 loderten vielerorts Flammen über Buch-Scheiterhaufen. In dieser Phase wurden solche Aktionen hauptsächlich als Mittel der Einschüchterung gegen politische Gegner genutzt. So kam es nach Plünderungen, Durchsuchungen und Verhaftungen an vielen Orten zu spontanen Bücherverbrennungen, sei es von Literatur aus Privatbeständen, Buchhandlungen, Bibliotheken oder Zeitungsredaktionen.
Zwar wissen viele Menschen, dass es in Deutschland Bücherverbrennungen gab. Oft jedoch sind ihnen nur die Verbrennungen im Rahmen der vor allem von der SA, der Hitlerjugend und nationalsozialistischen Studenten geprägten Aktion „Wider den undeutschen Geist“ bekannt und hier wiederum meist nur jene auf dem Opernplatz in Berlin (seit 1947 Bebelplatz) am Abend des 10. Mai 1933.
Text aus der BPB.
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