Besuch aus Hongkong

Hongkong, 2. Besuch 19.05.2026

Nachdem im November 2024 eine erste kleine Delegation aus Hongkong den Möckernkiez besichtigt hatte, kam heute eine 13-köpfige Gruppe Studierender vom Studiengang „Cultural Studies“ der Lingnan University zu uns.
Anne aus G01Nord war wie damals Gastgeberin und Kontaktperson und hat mit Ideen unterstützt, um ein umfangreiches mehrtägiges Besuchsprogramm für die BesucherInnen zusammenzustellen..
Anne hatte mich gebeten, wie schon öfter, die Führung durch den Möckernkiez zu organisieren.
Das Ganze musste auf Englisch stattfinden. Da ich seit ein paar Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr groß reisen kann, sind meine alten Englischkenntnisse nur noch rudimentär vorhanden. Ich hatte Bedenken, ob ich das bewerkstelligen kann.
Karl Bubenheimer hat mir dann eine großartige Kurzvorstellung der Möckernkiez Genossenschaft und des Vereins in Englisch und Deutsch geschrieben. Das hat mir doch erheblich mehr Sicherheit gegeben.
In meiner vorgeschlagenen Tour war auch ein Besuch unseres Seniorenprojekts „Lebendig Altern“ vorgesehen. Olof Hansen hat lange in den U.S.A. gelebt und konnte natürlich wunderbar englisch sprechen. Also war auch hier, Hilfe zu erwarten.
Zur Vorbereitung trafen wir uns dort mit Anne Anfang Mai, um den Ablauf der Veranstaltung
zu planen. Das sah dann und auch heute so aus:
12:30 Uhr Empfang durch Anne mit Kurzvorstellung in der Runde zum Zusammentragen der mitgebrachten Fragen und Erwartungen: ein großes Potpourri zur Projektentstehung, zum Zusammenleben, Entscheidungsfindung und Konfliktbearbeitung, Finanzierung und vieles andere mehr.
12:45 Uhr Mittagessen im Möca
Edelgard und Christine haben ein wunderbares Menü: Blumenkohl, Frühlingszwiebeln, Koriander, Sojasauce und Reis mit Nachtisch Erdbeervanillecreme gezaubert. Imken (Service – super Englischkenntnisse), Für den selbst gebackenen Kuchen und Kaffee sorgten Ursula und Christoph, (klasse, wie immer). Unsere Gäste schienen sehr zufrieden zu sein.
13:15 Uhr Vorführung unseres Kurzfilms von Changing Cities: „A car free neighborhood in car-centric Berlin: Möckernkiez“ (englisch/deutsch), Technik: Wolfgang,
13:30 Uhr Vorstellung unseres Projektes von mir, Olof und Anne.
Stichworte: Entstehung, Organisation, Finanzierung, ökologische Bauplanung, Genossenschaft und Verein, Wohnungsvergabe, soziales Wohnen, Inklusionsprojekt, die vielen verschiedenen AG´s mit den vielen Ehrenamtlichen, kulturelle Aktivitäten von Ausstellungen über Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Theater, Sport, Infoveranstaltungen usw..
Das klappte nicht reibungslos. Mir fehlten immer wieder die Worte: verdammt nochmal: was heißt Verein auf Englisch oder Blockheizkraftwerk oder Vorstand?
Mit Hilfe von Olof, Anne und Imken haben wir gemeinsam die ersten vielfältigen Fragen beantwortet. .
Ab ca. 14:15 Uhr Rundgang: Forum, Kiezplatz, Werkraum, Wohnungsbesichtigung in G03 (danke Jochen), Besuch der WG „Lebendig Altern“ (Olof und Susanne), die sich viel Zeit nahmen, ihr Projekt vorzustellen und die vielen Fragen zu beantworten, Besuch der Dachterrasse von G03 mit spontanem Foto von Robert, der auf dem gegenüberliegendem Haus die Sonnenkollektorgeschenke zu montieren. Erklärung unseres Energiesystems: wunderbar vorbereitet und auf Englisch verständlich vorgetragen durch Olof.
Besuch des Mahnmals für die jüdischen Deportierten auf unserem Vorplatz, barrierefreier Wasserspielplatz, Kinder- und Jugendprojekt, Kooperation mit umliegenden Projekten wie dem Flüchtlingsprojekt „Interkultureller Garten Rosenduft“ usw..
Zwischendurch jede Menge Fragen und immer wieder Staunen der jungen Leute, die sich nur schwer vorstellen können etwas Vergleichbares in Hongkong umzusetzen.
Gegen 16 Uhr habe ich mich verabschiedet.
Die Gruppe besuchte danach mit viele Freude die Jazzdance-Gruppe von Charlotte bevor der Besuch in der Küchen WG plus Abholstation Solawi Spörgelhof in G14 gegen 18 Uhr endete.
Nach den Reisestrapazen am Vortag waren die ChinesInnen ziemlich erschöpft und folgten Anne und Dieter zum Abendessen im „Good Morning Vietnam“ in die Bergmannstraße.
Die Gäste äußerten sich abschließend sehr dankbar für die Einblicke, die ihnen gewährt wurden und waren erstaunt über die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten und unser Zusammenleben sowie die selbständige Organisation ohne staatliche Hilfen. Ein großes Dankeschön von Anne an die vielen Menschen, die diesen Besuch so interessant mitgestaltet und zu dem gelingen beigetragen haben. Die Vielfalt der Menschen ist deutlich mehr als eine einzelne Person es jemals ermöglichen könnte. Im Möckernkiez zu wohnen ist einfach wunderbar.
Carlo Wahrmann