Gedenktafeleinweihung in der Dennewitzstraße am 20. März 2026

Unter reger Beteiligung von MöckernkiezlerInnen fand am vergangenen Freitag in Schöneberg die Einweihung einer Gedenktafel statt. Die Dennewitzstraße ist am Rande des Gleisdreieckparks gelegen. Nach einem jahrealten Beschluss der BVV Tempelhof-Schöneberg wurde dort nun unter der Regie des Bezirksbürgermeisters Jörn Oltmann (Grüne) eine Tafel enthüllt, auf der über dieses in der NS-Zeit geschehene Unrecht informiert wird.

Nur wenige Meter vom ehemaligen Sitz der Firma H. Kori GmbH entfernt klärt die neue Gedenktafel darüber auf, dass das Unternehmen von 1939 bis kurz vor dem Kriegsende Verbrennungsöfen herstellte, in denen millionenfach Opfer aus den NS- Vernichtungslagern „rückstandsfrei“ beseitigt wurden. Das war für Kori ein höchst lukratives Geschäft. Dabei war allen Firmenangehörigen bekannt, für welchen Zweck die Öfen hergestellt wurden. Norbert Peters erläuterte in seiner Rede zur Enthüllung der Tafel den mehr als 50 Anwesenden aus Schöneberg und Kreuzberg den historischen Kontext.

Am Rande der Veranstaltung wurde der Wunsch geäußert, im Laufe dieses Jahres eine ein- oder zweitägige Studienfahrt nach Erfurt zu unternehmen. Dort befand sich der Firmensitz des „Konkurrenzunternehmens“ für KZ-Verbrennungsöfen, die Firma Topf&Söhne. Anders als die Berliner H. Kori GmbH bekannte sich dieses Unternehmen zu seiner Mit-Täterschaft im Auftrag des NS-Regimes und schuf auf dem ehemaligen Betriebsgelände einen Erinnerungsort, wo Seminare abgehalten, Führungen durchgeführt und Ausstellungen angeboten werden. Über eine eventuelle Reise dorthin soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Zum Programm käme dann noch eine historische Stadtbegehung und/oder eine kulturelle Veranstaltung hinzu.

Text: Norbert Peters

Fotos: Stefanie Elmendorff